K reisbewegungen haben sich in den Kampf künsten bewährt und kommen in vielen Sys temen zum Einsatz Mit dem Aikido existiert sogar ein System das zu ganz wesentlichen Teilen auf Kreisbewegungen basiert Auch Horst Weiland ver wendet Kreisbewegungen in seiner ATK SV 1 DIE PHYSIK HINTER DER KREISBEWEGUNG Physikalisch steckt hinter einer Kreisbewegung die so genannte Zentrifugalkraft auch Fliehkraft Die Zent rifugalkraft ist eine Trägheitskraft die bei Dreh und Kreisbewegungen auftritt und radial strahlenförmig nach außen gerichtet ist Sie wird durch die Trägheit des Körpers verursacht Mathematisch ist die Zentri fugalkraft das Produkt aus der Masse m und der Zen trifugalbeschleunigung a z Das bedeutet dass die wir kende Kraft bei der Ausführung einer Kreisbewegung zu gleichen Teilen durch die beiden Faktoren Masse und Zentrifugalbeschleunigung beeinflusst wird Da die Massen der beteiligten Personen nicht be einflusst werden kann ist die Zentrifugalbeschleuni gung bei der Ausführung einer kreisförmigen Bewe gung der entscheidende und beeinflussbare Faktor In einer mathematischen Formel dargestellt ist die Zentrifugalbeschleunigung a z der Quotient aus dem Quadrat der Geschwindigkeit v und dem Radius r a z v r Im Ergebnis wird also die Zentrifugalbeschleuni gung durch die beiden Faktoren Geschwindigkeit und Radius beeinflusst Diagramm 1 zeigt nur qualitativ und daher ohne Einheiten die Wirkung des Faktors Geschwindig keit auf die Zentrifugalbeschleunigung Es ergibt sich eine Kurve mit quadratisch pa rabelförmig ansteigendem Verlauf was durch die beiden markierten Punkte verdeutlicht wird Das Ändern der Geschwindigkeit von einem Wert 1 auf S E R G E J B E R D N I K O W K A I M A R C U S J A C O B I Physikalische Betrachtung der Kreisbewegungen in der ATK SV den Wert 2 führt zu einer viermal größeren Zentrifu galbeschleunigung die sich an der vertikalen Achse von 1 zu 4 ablesen lässt Daraus ergibt sich dass eine kreisförmige Bewegung möglichst schnell ausgeführt werden sollte um die Zentrifugalbeschleunigung und damit letztlich die Wirkung einer Technik zu erhöhen Auf den ersten Blick könnte man meinen dass auch der Faktor Geschwindigkeit ebenso wie der Faktor Masse vom Verteidiger schwer zu beeinflussen ist bzw die erforderliche Geschwindigkeit eher bei einem kräftigen Verteidiger und einem leichten Angreifer zu erreichen ist Die Geschwindigkeit einer Kreisbe wegung kann jedoch ohne großen eigenen Aufwand des Verteidigers dadurch erhöht werden dass der Verteidiger die Bewegungsenergie des Angreifers z B bei einem Faustrückschlag oder einem Schwinger aus nutzt Dabei werden Schläge nicht abgeblockt son dern um bzw weitergeleitet Der Verteidiger nimmt die Angriffsenergie auf und macht gemeinsam mit dem Angreifer eine kreisförmige Bewegung Auf diese Weise wird der Einsatz eigener Energie minimiert der Verteidiger verbindet sich letztendlich mit dem An griff bzw dem Angreifer indem er sich dessen Bewe gungsenergie zu eigen macht Auf diese Weise können auch zierlichere Personen kreisförmige Bewegungen mit großer Geschwindigkeit erfolgreich durchführen Im Ergebnis kann also der Faktor Geschwindigkeit Diagramm 1 t r a i n e r28

Vorschau BI 73 epaper Seite 28
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